Claus-Dieter Schacht (li) und Hauke Jagau (re) besuchen auf der Sommerradtour auch das Mausoleum im Sundern.

Hemmingen/Laatzen. Der Regionspräsident kam nach Hemmingen-Westerfeld, aber mit Verspätung. Aus mehreren Gründen hatte sich der Zeitplan verzögert, bis Hauke Jagau das Mausoleum im Naturschutzgebiet Sundern am Mittwochnachmittag erreichte – die letzten 200 Meter nicht mit dem Rad, sondern wegen des Kiesweges zu Fuß.

Zu insgesamt drei Sommerradtouren in den vergangenen zwei Wochen hatte er die Bürger eingeladen, ihn zu begleiten. Etwa 70 waren am Mittwoch dem Aufruf gefolgt und starteten am S-Bahnhof Misburg/Anderten. Die Route führte über den Kronsberg und Laatzen-Grasdorf nach Hemmingen. Hatte es schon beim Start wegen einer S-Bahn-Verspätung Probleme mit dem Zeitplan gegeben, verschoben sich nach dem Besuch der Freien Martinsschule in Grasdorf die Termine noch weiter nach hinten. Laatzens Bürgermeister Jürgen Köhne stellte der Radlergruppe ausgiebig das Programm „Soziale Stadt“ und den Wandel Laatzens vor – weg von der ursprünglich in den Sechzigerjahren geplanten Autostadt mit vier Fahrspuren.

Der Tour hatten sich im Vorfeld auch Mitglieder des Ortsverbandes Hemmingen/Pattensen im Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) angeschlossen. „Wir haben mehr Radsicherheit für den Bereich der Wilkenburger Spinne thematisiert und den Ausbau des Alltags- und Freizeitradwegenetzes“, sagte Radtourplaner Günther Kleinod, der gemeinsam mit dem Ortsverbandssprecher Jens Spille mitgeradelt war. Er bedauerte etwas, dass für intensivere Gespräche mit Jagau aufgrund der hohen Teilnehmerzahl und des Programms leider kaum Zeit gewesen sei. Die Wilkenburger Spinne ist der Kreuzungsbereich der Dorfstraße mit der L 389, die von Wülfel nach Wilkenburg führt.

Auch der Aufenthalt am Mausoleum des Grafen Carl von Alten gestaltete sich länger. Denn der Fördervereinsvorsitzende Reinhard Schütze und seine Vorstandskollegen Dirk Oerzen und Dirk Jüchter stellten den Teilnehmern ausgiebig die Historie der Sehenswürdigkeit vor. Auch Hemmingens Bürgermeister Claus Schacht und die Hemminger Landtagsabgeordnete Kerstin Liebelt verfolgten die Ausführungen, bevor die meisten mit einem gemeinsamen Besuch des Strandbad-Biergartens in Hemmingen-Westerfeld die Sommertour ausklingen ließen.

Von Torsten Lippelt
Quellenangabe: Hemmingen/Pattensen vom 16.08.2019

Besucher am Mausoleum des Grafen Carl von Alten

Kerstin Liebelt-LT-Abgeordnete, Reinhard Schütze-Vorsitzender FöVerein , Claus Schacht-Bürgermeister, Hauke Jagau-Regionspräsident

Förderverein Mausoleum Graf Carl von Alten e.V. aus Hemmingen gestaltet die Sendung Plattenkiste von NDR 1 Niedersachsen

Viel zu erzählen gab es in der Sendung „Plattenkiste“ bei NDR 1 Niedersachsen. Am 07.06.2019 zwischen 12 und 13 Uhr unterhielten sich Reinhard Schütze, Heinz Wiegmann und Dirk Jüchter mit Moderator Michael Thürnau über die Arbeit des Vereins.

Das Mausoleum Graf Carl von Alten ist ein ganz besonderes Baukunstwerk. Es liegt im Ortsteil Wilkenburg der Stadt Hemmingen. Graf Carl von Alten war ein hannoversch-britischer General und Staatsmann, der von 1764 bis 1840 gelebt hat. Der Entwurf des Mausoleums stammt von Georg Ludwig Friedrich Laves, ein bekannter Architekt in hannoverschen Kreisen. Erbauen ließ es der Architekt Conrad Wilhelm Hase. Mit Liebe hat er die einzelnen Ziegel selber geformt.
Den Ort für sein Begräbnis hat sich Graf Carl von Alten selbst ausgesucht. Der Stammsitz seiner Familie kommt aus der Umgebung Hannover. Das Mausoleum steht auf einer kleinen Insel, umrandet mit Wasser und ist nur per Brücke zu erreichen.

Täglich kommen dort Fußgänger und Radfahrer vorbei. Doch das war nicht immer möglich, denn zwischenzeitlich ist das Mausoleum verfallen. Heute kümmert sich der Förderverein darum, dass dies nicht noch einmal geschehen wird.

Im Mai 1986 gründete Heinz Wiegmann mit zwölf weiteren Leuten den Förderverein. In drei Wintern haben sie den Schutt rausgefahren und alles wieder hergerichtet. Damals war Hemmingen noch ein Dorf - mehr als die Feuerwehr, den Schützenverein, den Sportverein und das Mausoleum gab es nicht. Genau deshalb liegt es Heinz Wiegmann auch so am Herzen. Heute ist er Ehrenvorsitzender.

Reinhard Schütze ist nicht nur vom Mausoleum, sondern auch von Graf Carl von Alten fasziniert, weil er so begabt war. Der Architekt Hase sah in dem Gebäude den Anfang der Hannoverschen Backstein-Architektur. Reinhard Schütze kann dem nicht widersprechen und findet es bemerkenswert.

2009 hat Dirk Jüchter das Mausoleum zum ersten Mal gesehen. Er hatte den Eindruck, dass es aussieht wie auf einem Bild. Ein eingefallenes Gebäude und rundherum spielen Kinder. Er wurde gefragt, ob er dem Verein mit damals 16 Mitgliedern beitreten möchte. Dies tat er und wurde zum Kassenwart gewählt. Heute sitzt er im Vorstand.

Am Tag des offenen Denkmals, der am 8. September 2019 stattfindet, steht das Mausoleum für Interessierte offen.

Von Montag bis Freitag heißt es zwischen 12 und 13 Uhr bei NDR 1 Niedersachsen „Die Plattenkiste – Hörer machen ein Musikprogramm“ und die Sendung wird komplett von den Gästen gestaltet. In der Sendung können sich Vereine, Clubs, Organisationen vorstellen – egal ob Chor, Surfclub, Theater- oder Selbsthilfe-Gruppe. Informationen zur Bewerbung unter www.ndr1niedersachsen.de

Für Rückfragen und für die Veröffentlichung dieser Kontaktdaten setzen Sie sich bitte mit Reinhard Schütze | Tel.: 0174 3065 585 | oder per Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! in Verbindung.

Ein Mitschnitt der Sendung kann hier abgerufen werden.

v.l. Michael Thürnau, Reinhard Schütze, Heinz Wiegmann, Dirk Jüchter

 

Weitere Fragen zur Sendung beantwortet Ihnen gern NDR 1 Niedersachsen | Selina Schmidt | Tel.: 0511 988-2171.

 

Buch versammelt zwölf Schülertexte
Neuer Lesestoff für Gruselfans: Der Mausoleumsverein hat die zwölf Gruselgeschichten, die Schüler aus der Sekundarstufe I der Carl-Friedrich-Gauß-Schule geschrieben haben, in einem Buch veröffentlicht. Der Titel lautet: „Der ruhelose Graf und andere Gruselgeschichten“. Der Verein hatte im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Fachbereich Deutsch der KGS erstmals einen Schreibwettbewerb ausgeschrieben. Die Aufgabe war, Geister- und Gruselgeschichten rund um das Mausoleum zu verfassen.
Eine Jury aus Vereinsmitgliedern und KGS-Lehrern hatte die drei besten Texte im März prämiert. Der erste Platz ging an Anna Heinrich für die Geschichte „Der Schatten“, gefolgt von Mara Brandes mit „Der ruhelose Graf“ und Merle Götz mit „Der Schuldschein“.
Die weiteren Autoren waren Lea Böhnisch, Elias Langner Cepero, Nerea Joest, Jannes Lierse, Jette Kirsch, Ole Intermann, Tia Kistenmacher/Gizem Aydin, Felix Bross und Laurin Struss. Kistenmacher und Aydin hatten gemeinsam eine Geschichte geschrieben.
Der Vereinsvorsitzende Reinhard Schütze lobte die literarische Qualität der Geschichten. Der nun erschienene Sammelband hat 113 Seiten und kostet 7 Euro. Das Buch kann beim Förderverein auf der Internetseite www.mausoleumsverein.de und in Buchhandlungen bestellt werden.
Unter anderem das Buch soll auch Thema sein, wenn Vereinsvertreter ihre Aktivitäten in der NDR-1-Radiosendung „Plattenkiste“ vorstellen. Schütze wird dort gemeinsam mit dem Ehrenvorsitzenden und Vereinsgründer Heinz Wiegmann und dem ehemaligen Vorsitzenden Dirk Jüchter zu Gast sein. Die drei Hemminger werden die mittlerweile 32-jährige Arbeit der Vereins vorstellen, die unter anderem Sanierungen und das Werben um Fördergeld umfasst, aber auch die Organisation von Veranstaltungen am Mausoleum und die Teilnahme am Tag des Denkmals. Die Sendung wird am Freitag, 7. Juni, auf NDR 1 zwischen 12 und 13 Uhr zu hören sein.
Die Leser dürfen sich auf zwölf Gruselgeschichten freuen.

 

Nachfolgend einige Bilder von der Preisverleihung und vom Verkauf des Buches

 

Mausoleum gastiert bei NDR 1

Hemminger stellen den Förderverein vor

Woher kommt die große Leidenschaft für ein knapp 200 Jahre altes Gebäude? Diese Frage stellte NDR-Moderator Michael Thürnau in der Sendung „Plattenkiste“ den drei Vertretern des Hemminger Mausoleumsvereins, die im Studio in Hannover zu Gast waren. Der Vorsitzende Reinhard Schütze, der Ehrenvorsitzende und Vereinsgründer Heinz Wiegmann sowie Vorstandsmitglied Dirk Jüchter wussten über das 1842 fertiggestellte Mausoleum im heutigen Naturschutzgebiet Sundern viel zu berichten. „In meiner Jugend war Hemmingen ein Dorf. Damals gab es nicht viel mehr als den Schützenverein, den Sportverein, die Feuerwehr und eben das Mausoleum“, sagte Wiegmann.

Um den fortschreitenden Verfall des Gebäudes aufzuhalten, gründete Wiegmann deshalb 1986 den Mausoleumsverein. „Wir haben in drei Wintern den Schutt herausgefahren und das Gebäude wieder hergerichtet“, sagte er. Thürnau bezeichnete Wiegmann augenzwinkernd als den Indiana Jones von Hemmingen. Dirk Jüchter trat dem Verein 2009 bei und war ebenfalls für einige Jahre dessen Vorsitzender. Er berichtete über den hannoversch-britischen General Graf Carl von Alten, der von 1764 bis 1840 gelebt hat. „Sein Bild hängt im Schloss Windsor neben Wellington und Blücher“, sagte Jüchter.