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Bedeutung

Bei dem Mausoleum handelt es sich um ein einmaliges Bauwerk, an dem die großen Baumeister und Architekten Georg Ludwig Friedrich Laves (1788 - 1864) und Conrad Wilhelm Hase (1818-1902) gemeinsam gearbeitet haben.

Für die Stadt Hemmingen ist es von unschätzbarem Wert, das Mausoleum, dieses einzigartige Baudenkmal, in ihren Stadtgrenzen zu haben. Es gilt, die Reste dieses Kulturdenkmals zu erhalten.

Vorentwurf von LavesIm Jahre 1840 wurde der hannoversche Baumeister, Oberhofbaudirektor G.L.F. Laves mit der Planung des Mausoleums als Ruhestätte für den General Graf Carl von Alten beauftragt. Laves bekam diesen Auftrag in seiner späten Zeit, in der sakrale Bauten schon häufig ein gotisches Aussehen erhielten. So plante er als eigentlicher Baumeister des Klassizismus diese Grabkapelle im neogotischen Stil.

Nach dieser Konzeption führte der nicht weniger berühmte dreißig Jahre jüngere und spätere hannoversche Professor und Geheime Regierungsrat C.W. Hase den Bau des Mausoleums aus, der als erster Backsteinbau der Neogotik im 19. Jahrhundert in Norddeutschland im Jahre 1842 fertig gestellt wurde. Als Bauleiter und Polier tätig, zeichnete und modellierte Hase die Steine für die Grabkapelle zum Teil eigenhändig in der Ziegelei in Herrenhausen.

BauplanDer Bau muss für Hase eine weitaus größere Bedeutung gehabt haben als für Laves. Die Bemerkung in seiner Autobiografie scheint nur knapp, ist aber von großem Gewicht in einem Text, der zum großen Teil nur aus stichwortartigen Notizen besteht.

In der Einfachheit der Formen, zu der Laves gelangt war, und in den aus dem Mauerwerk gebildeten Ornamenten konnte Hase eine Verwandtschaft mit den eigenen architektonischen Vorstellungen sehen. Hase wollte in bewusster Abkehr vom nur auf Nachahmung zielenden Historismus einen neuen, zeitgemäßen deutschen Stil schaffen. Er ist nicht der erste gewesen, der diesen Gedanken vertreten hat, aber er ist in Deutschland der einflussreiche Lehrer und große Praktiker gewesen, der ihn zäh über viele Jahrzehnte verfochten und ihm zum Durchbruch verhelfen hat.

 Leider ist dieses für die Baugeschichte so bedeutende Werk durch Vandalismus weitestgehend zerstört worden, so dass auch von den selbst gefertigten und von Hase signierten Steinen nicht mehr viele übrig geblieben sind.

 

Georg Ludwig Friedrich Laves

Der bedeutendste Stadtplaner und Baumeister in Hannover wurde 1814 Hofbauverwalter und später Oberhofbaudirektor in Hannover. Zehn Jahre nach der siegreichen Schlacht bei Waterloo (1815), gestaltete Laves die „Esplanade" zum Waterlooplatz um und errichtete nach dem Vorbild der Trajanssäule in Rom die Waterloosäule als Gedenkstätte an die Bezwingung Napoleons.

Sein Hauptwerk war aber 1845-1852 der Bau des Hoftheaters, des heutigen Opern-" hauses in Hannover, s. Bild 6, Seite 13. 1817-1842 baute er das Leineschloss im klassizistischen Stil um und schuf dabei den Portikus, einen mächtigen von sechs korinthischen Säulen getragenen Vorbau. Auch das Wangenheimpalais, das heutige Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Verkehr sowie das Laveshaus, in dem er wohnte, wurden von ihm erbaut. Ebenso ist das Mausoleum in Herrenhausen ein Laveswerk. Die genannten Bauwerke und Denkmäler sind nur einige Beispiele von vielen.

 

Conrad Wilhelm Hase

Zur Generation, die unter Laves heranwuchs, gehörte auch der Einbecker C. W. Hase. Seine „Hannoversche Architekturschule" griff auf Backstein und romanische sowie gotische Formen zurück. 1849 wurde er zum Lehrer der Kunstgeschichte und Ornamentik an das Polytechnikum in Hannover berufen, um bald den ersten Lehrstuhl für Baukunst zu besteigen. Ein bedeutendes Werk ist das 1853-1856 erbaute Museum für Kunst und Wissenschaft, das heutige Künstlerhaus in der Sophienstrasse; s. Bild 7, Seite 14.

Die Christuskirche am Klagesmarkt errichtete er als Musterbeispiel für die neogotische Bauweise der Hannoverschen Architekturschule. Ein weiteres bekanntes Werk ist die zwischen 1857 und 1866 erbaute Marienburg, die Hannovers letzter König Georg V. (1819- 1878) seiner Gemahlin Marie zum Geburtstag schenkte.

Text:      Helga Sturm
Bilder:    mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Hannover

Bankverbindung: Sparkasse Hannover ( BIC: SPKHDE2HXXX )
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