Angebot der Jugendpflege beim Ferienpass / Fördervereinschef Schütze gibt Geschichten vom ruhelosen Grafen zum Besten

Von Stephan Hartung

Arnum. Die Ausrüstung bei einer Nachtwanderung ist wichtig – auch wenn sie wie am Montagabend bei noch leichter Dämmerung begann. Reinhard Schütze, Vorsitzender des Fördervereins Mausoleum Graf Carl von Alten, verteilte Armbänder und Leuchtstäbe in Neonfarben an die Teilnehmer der Jugendpflege-Ferienpassaktion. Bei leichtem Nieselregen ging es dann in den Sundern. Das Ziel der zehn Kinder war das Denkmal des Von-Alten-Mausoleums.

Zum zweiten Mal nach 2018 hatte die Jugendpflege diese Aktion angeboten. Sie kam gut an – wie auch alle anderen Ferienpassveranstaltungen, berichtet Daniel Kohsmann von der Jugendpflege während der Tour. „Die Nachfrage war sehr gut. Wir sind zu 90 Prozent ausgebucht.“ Das sei trotz der Hitzewelle seit Anfang August eine gute Zahl.

In der Mausoleumruine angekommen, faltete Schütze seinen Campinghocker auseinander und baute einen kleinen Lampenschirm samt Regenschirm auf. Die Kinder und Kohsmann machten es sich mit Sitzunterlagen auf den Kieselsteinen gemütlich. „Der ruhelose Graf“ lautete der Titel des Buches, aus dem Schütze zwei Geschichten vorlas. Es ist in Kooperation mit der KSG Hemmingen entstanden und beinhaltet viele von KGS-Schülern selbst verfasste Erzählungen. Ruhelos, das traf allerdings auch auf die Kinder zu. Viele hörten zwar gespannt zu, einige begannen aber, sich mit Kieselsteinen zu bewerfen. Die zuvor ausgeteilten Leuchtutensilien eigneten sich prima zur Imitation eines Laserschwertkampfes. Und die von Schütze gut gemeinte Idee, eine Schale mit Süßigkeiten in die Mitte zu stellen, verstanden einige Kinder als Gelegenheit, aufzustehen und nach draußen zum Mülleimer zu laufen. Trotz einiger Unruhe kam die Aktion gut an. „Ich habe schon viele Ferienpassaktionen mitgemacht in diesem Sommer. Diese Wanderung war total spannend“, sagte Maja (10).

Interessant war auch die Information, welche Anstrengung der Förderverein in die Grundsanierung des nach dem Krieg verfallenen Mausoleums gesteckt hat. „Davon können eure Eltern ein Haus bauen“, sagte Schütze. Genau genommen waren es 130 000 Euro, die der Förderverein aber nicht allein aufgebracht hat. „Wir wurden mit Fördermitteln und von vielen Sponsoren unterstützt.“ Die Sanierung sei nun abgeschlossen. „Mehr dürfen wir auch nicht machen, sonst verlieren wir den Denkmalschutzstatus.“

Quellenangabe: Hemmingen/Pattensen vom 19.08.2020, Seite 1